Premier League Vereine London: alle sechs Klubs der Saison 2026/27

01.10.2026 09.00 PremierLeagueTabelle.com

Premier League Vereine London: alle sechs Klubs der Saison 2026/27

In der Saison 2026/27 spielen sechs Premier League Vereine aus London: der FC Arsenal, der FC Chelsea, Tottenham Hotspur, Crystal Palace, der FC Fulham und der FC Brentford. Damit stellt die englische Hauptstadt fast ein Drittel der 20 Klubs, mehr als jede andere Stadt. West Ham United ist 2026 abgestiegen und spielt jetzt in der Championship, an seiner Stelle kamen mit Coventry City, Ipswich Town und Hull City drei Aufsteiger von außerhalb Londons in die Liga.

Keine andere europäische Hauptstadt hat so viele Erstligisten. Manchester und Liverpool stellen jeweils zwei Klubs, alle übrigen Städte nur einen. Wer an einem langen Wochenende in London ist, kann deshalb oft zwei oder drei Spiele besuchen, weil sich die Anstoßzeiten über Samstag, Sonntag und Montag verteilen.

Welche Premier League Vereine kommen 2026/27 aus London?

Die sechs Londoner Klubs verteilen sich über die ganze Stadt. Arsenal und Tottenham liegen im Norden, Chelsea, Fulham und Brentford im Westen, Crystal Palace im Süden.

Verein Spitzname Stadtteil Stadion Plätze gegründet
FC Arsenal The Gunners Holloway (Nord) Emirates Stadium 60.704 1886
Tottenham Hotspur The Spurs Tottenham (Nord) Tottenham Hotspur Stadium 62.850 1882
FC Chelsea The Blues Fulham (West) Stamford Bridge 40.343 1905
FC Fulham The Cottagers Fulham (West) Craven Cottage 25.700 1879
FC Brentford The Bees Brentford (West) Gtech Community Stadium 17.250 1889
Crystal Palace The Eagles South Norwood (Süd) Selhurst Park 25.486 1905

Die Kapazitäten schwanken je nach Quelle leicht, weil Klubs ihre Stadien regelmäßig umbauen. Wo die sechs Vereine im Moment stehen, zeigt die aktuelle Premier League Tabelle.

Die sechs Londoner Klubs im Porträt

FC Arsenal: der erfolgreichste Verein der Stadt

Arsenal wurde 1886 von Arbeitern der Waffenfabrik Royal Arsenal gegründet, und zwar im Südosten Londons in Woolwich, südlich der Themse. Weil dort zu wenige Zuschauer kamen, zog der Klub 1913 nach Highbury in den Norden. Seit 1919/20 spielt Arsenal ohne Unterbrechung in der ersten Liga.

Mit 14 englischen Meisterschaften ist der Klub der erfolgreichste der Hauptstadt. Vier dieser Titel fallen in die Premier-League-Ära, zuletzt die Saison 2025/26, der erste Titel seit der berühmten „Invincibles“-Saison 2003/04, in der Arsenal alle 38 Spiele ohne Niederlage überstand. Im FA Cup ist Arsenal mit 14 Siegen Rekordpokalsieger. Seit 2006 spielen die Gunners im Emirates Stadium, das alte Highbury-Stadion wurde abgerissen. Den aktuellen Stand zeigt die Seite zum FC Arsenal, alle Titelträger seit 1992 stehen in der Übersicht der Premier League Meister.

FC Chelsea: vom Stadionverein zum Europapokal-Sammler

Chelsea entstand 1905 aus einer kuriosen Lage: An der Stamford Bridge stand ein fertiges Stadion ohne Mieter. Eigentümer Gus Mears bot es zunächst dem FC Fulham an, dem die Pacht zu teuer war, und gründete dann kurzerhand einen eigenen Verein. Das Stadion liegt übrigens im Bezirk Fulham, nicht in Chelsea.

Jahrzehntelang war der Klub eher Mittelmaß, mit nur einer Meisterschaft 1955. Das änderte sich, als der russische Oligarch Roman Abramowitsch den Verein 2003 kaufte. Es folgten fünf Premier-League-Titel bis 2017, die Champions League 2012 im Finale gegen Bayern München und noch einmal 2021. Seit der Übernahme durch Todd Boehly im Jahr 2022 wurde weiter viel Geld investiert. 2025 gewann Chelsea die Klub-WM in den USA und mit einem 4:1 gegen Betis Sevilla die Conference League. Damit holte der Klub als erster Verein überhaupt alle vier großen Europapokale. Aus deutscher Sicht bleibt Michael Ballack in Erinnerung, der 2010 mit Chelsea Meister wurde. Mehr zum Klub gibt es auf der Seite zum FC Chelsea.

Tottenham Hotspur: Pokalmannschaft aus dem Norden

Tottenham Hotspur wurde 1882 von jungen Männern aus dem Cricket-Verein Hotspur gegründet. Über 100 Jahre lang war die White Hart Lane die Heimat der Spurs, bis das alte Stadion 2017 für einen Neubau an gleicher Stelle abgerissen wurde. In der Übergangszeit spielte Tottenham im Wembley-Stadion, seit 2019 im Tottenham Hotspur Stadium. Mit 62.850 Plätzen ist es die größte Vereinsarena der Stadt.

Englischer Meister wurde Tottenham nur zweimal, 1951 und 1961. Stärker sind die Spurs in den Pokalwettbewerben: acht FA-Cup-Siege, vier Ligapokale und drei Titel im UEFA-Pokal beziehungsweise in der Europa League. Der jüngste beendete 2025 eine lange Durststrecke, als Tottenham im rein englischen Finale von Bilbao Manchester United mit 1:0 schlug. Aus dem Klub kamen Spieler wie Glenn Hoddle, Gary Lineker, Paul Gascoigne und Harry Kane.

Crystal Palace: die beste Zeit der Vereinsgeschichte

Crystal Palace ist nach dem berühmten Glaspalast benannt, in dem der Klub 1905 gegründet wurde. Seit 1924 trägt der Verein seine Heimspiele im Selhurst Park im Süden Londons aus. Lange galt Palace als Fahrstuhlmannschaft, die größte Leistung war Platz drei in der Saison 1990/91.

In den vergangenen beiden Jahren hat sich das geändert. Am 17. Mai 2025 gewannen die Eagles mit einem 1:0 gegen Manchester City im Wembley-Stadion den ersten FA Cup ihrer Geschichte. Den Startplatz in der Europa League verlor der Klub wegen eines Verstoßes gegen die UEFA-Regeln zur Mehrfachbeteiligung, weil Investor John Textor auch Anteile an Olympique Lyon hielt. Der Sportgerichtshof CAS bestätigte die Herabstufung in die Conference League im August 2025. Palace gewann diesen Wettbewerb dann am 27. Mai 2026 in Leipzig mit 1:0 gegen Rayo Vallecano und spielt 2026/27 in der Europa League.

FC Fulham: der älteste Profiklub Londons

Der FC Fulham wurde 1879 gegründet und ist damit der älteste Profiverein der Hauptstadt. Seit 1896 spielt er im Craven Cottage direkt am Nordufer der Themse. Das Stadion gilt mit der historischen Johnny Haynes Stand als eines der schönsten in England. Fulham pendelte in seiner Geschichte oft zwischen erster und zweiter Liga. Die beste Platzierung war Rang sieben in der Saison 2008/09, der größte Erfolg das Finale der Europa League 2010. Für Besucher hat Fulham einen Vorteil: Das Stadion ist nicht immer ausverkauft, Karten sind leichter zu bekommen als bei den großen Klubs.

FC Brentford: der Datenklub aus dem Westen

Der FC Brentford wurde 1889 gegründet und spielte schon zwischen 1935 und 1947 in der ersten Liga, damals mit Rang fünf als bestem Ergebnis. In die Premier League stieg der Klub aber erst 2021 auf. Seitdem hat er sich gegen alle Erwartungen gehalten. Bekannt ist Brentford für seine datengetriebene Kaderplanung: Spieler werden stark nach Statistiken und Leistungsdaten ausgewählt. 2020 zog der Verein vom Griffin Park in das neue Gtech Community Stadium um, das mit 17.250 Plätzen das kleinste Stadion der Londoner Erstligisten ist.

Fußballstadien in London im Vergleich

Das Portal stadiumguide.com zählt in London 22 Stadien, fünf davon mit mindestens 60.000 Plätzen. Das größte ist das Wembley-Stadion mit 90.000 Plätzen, in dem aber kein Verein dauerhaft spielt. Dort trägt die englische Nationalmannschaft ihre Heimspiele aus, außerdem finden dort das FA-Cup-Finale und die Play-off-Endspiele um den Aufstieg statt. Für deutsche Fans ist Wembley zudem der Ort des WM-Finales 1966 und des EM-Siegs 1996. Das heutige Stadion wurde 2007 als kompletter Neubau eröffnet.

Stadion Plätze Verein Liga 2026/27
Wembley-Stadion 90.000 Nationalmannschaft –
Tottenham Hotspur Stadium 62.850 Tottenham Hotspur Premier League
London Stadium 62.500 West Ham United Championship
Emirates Stadium 60.704 FC Arsenal Premier League
Stamford Bridge 40.343 FC Chelsea Premier League
Craven Cottage 25.700 FC Fulham Premier League
Selhurst Park 25.486 Crystal Palace Premier League
The Den 20.146 FC Millwall Championship
Loftus Road 18.439 Queens Park Rangers Championship
Gtech Community Stadium 17.250 FC Brentford Premier League

Das London Stadium war das Olympiastadion der Spiele 2012. West Ham zog 2016 aus dem Boleyn Ground im Upton Park dorthin um. Wie alle 20 Klubs der Liga mit ihren Stadien im Spielbetrieb organisiert sind, erklärt unser Artikel zum Modus der Premier League 2026/27.

Geschichte: Wie die Stadt zur Fußballhauptstadt wurde

Die Geschichte des Fußballs in London beginnt früh. Schon 1859 wurde im Stadtteil Battersea der Wanderers FC gegründet. Der Klub gehörte 1863 zu den Gründungsmitgliedern der Football Association und gewann 1871/72 den ersten FA Cup überhaupt. Nach den weiteren Pokalsiegen der Wanderers bis 1878 dauerte es bis 1901, ehe Tottenham den Pokal wieder in die Hauptstadt holte.

In der Liga lag London lange zurück. Als die Football League 1888/89 mit zwölf Mannschaften startete, war kein einziger Londoner Verein dabei. Erst 1904 stieg Woolwich Arsenal als erster Hauptstadtklub in die höchste Spielklasse auf, Chelsea folgte 1907 und Tottenham 1909. Bis heute haben nur drei Londoner Vereine die englische Meisterschaft gewonnen: Arsenal 14-mal, Chelsea sechsmal und Tottenham zweimal.

Die Premier League wurde am 20. Februar 1992 gegründet und nahm am 15. August desselben Jahres den Spielbetrieb auf. Seitdem gingen neun Titel nach London, fünf an Chelsea und vier an Arsenal. Rekordmeister der Premier-League-Ära bleibt Manchester United mit 13 Titeln.

London-Derbys: Rivalitäten im Norden, Westen und Süden

Weil jeder Klub einen Bezirk repräsentiert, entstehen die heftigsten Rivalitäten zwischen direkten Nachbarn.

  • Norden: Arsenal gegen Tottenham. Das North London Derby ist das wichtigste Duell der Stadt. Als Arsenal 1913 nach Highbury zog, lag das neue Stadion in unmittelbarer Nähe der White Hart Lane. Die Spurs sahen darin einen Eindringling ins eigene Revier. 1919 wurde die erste Liga erweitert: Tottenham musste als Letzter absteigen, Arsenal wurde als Fünfter der zweiten Liga aufgenommen. Bei den Spurs halten sich bis heute Gerüchte, Arsenal-Boss Sir Henry Norris habe dabei nachgeholfen.
  • Osten: West Ham gegen Millwall. Dieses Derby gilt als das gefährlichste Englands. Die Wurzeln reichen bis in die Gründungszeit zurück, als viele Anhänger beider Klubs für konkurrierende Schifffahrtsfirmen arbeiteten. Als 1926 ein Streik ausgerufen wurde, machten die Arbeiter aus dem Umfeld von West Ham mit, die aus dem Umfeld von Millwall nicht. In der Saison 2026/27 treffen beide wieder in der Championship aufeinander.
  • Westen: Chelsea, Fulham, QPR und Brentford. Hier sind die Rivalitäten schwächer. Chelsea wird von Fulham und QPR angefeindet, nimmt die Nachbarn aber kaum wahr. Die Fans von Brentford haben den Queens Park Rangers nie verziehen, dass diese in den 1960er Jahren versuchten, ihren Verein zu übernehmen.
  • Süden: Crystal Palace. Palace hat Reibereien mit Millwall und Charlton, der größte Rivale ist aber Brighton & Hove Albion von der Südküste.

Londoner Vereine außerhalb der Premier League

Insgesamt spielen 16 Londoner Vereine in den ersten fünf englischen Ligen. In der Championship sind es 2026/27 gleich vier: Absteiger West Ham United, der FC Millwall, die Queens Park Rangers und Charlton Athletic. Charlton kehrte am 25. Mai 2025 mit einem 1:0 im Play-off-Finale der League One gegen Leyton Orient in die zweite Liga zurück und war zwischen 1998 und 2007 selbst fester Bestandteil der Premier League.

In der League One spielen der AFC Wimbledon und Leyton Orient. Der AFC Wimbledon wurde 2002 von Fans gegründet, nachdem der alte FC Wimbledon nach Milton Keynes verlegt worden war. Der Verein kletterte seither mehrere Ligen nach oben und spielt seit 2020 wieder an der Plough Lane, nur wenige Hundert Meter von der alten Spielstätte entfernt. Leyton Orient wurde 1881 gegründet und trägt seine Heimspiele an der Brisbane Road aus. In der League Two folgen der FC Barnet und der FC Bromley, in der National League Sutton United und Wealdstone.

Was gilt als Londoner Verein?

Ganz eindeutig ist das nicht. Die Autobahn M25 umschließt die Stadt, verläuft aber so weit außerhalb, dass auch der FC Watford als Londoner Klub zählen würde, obwohl er zu Hertfordshire gehört. Auch die Postleitzahlen helfen nicht weiter, denn Brentford und Barnet haben Postcodes außerhalb des Londoner Systems. Die gängigste Abgrenzung ist deshalb Greater London: Wer in diesem Verwaltungsgebiet zu Hause ist, gilt als Londoner Verein. Nach dieser Definition gehören die sechs Premier-League-Klubs eindeutig dazu.

Fußball in London live sehen: Tipps

Karten für die großen Klubs sind schwer zu bekommen, weil die Vereine zuerst an ihre Mitglieder verkaufen und die Stadien danach meist voll sind. Bessere Chancen gibt es bei weniger gefragten Spielen, etwa im Craven Cottage oder bei Klubs aus der Championship. Offizielle Ticketbörsen haben eigene Kontingente, die Karten sind dort aber teurer. Vom Schwarzmarkt vor dem Stadion ist abzuraten, denn der Weiterverkauf ist verboten und gefälschte Tickets sind keine Seltenheit.

Alle Stadien liegen außerhalb des Zentrums, sind aber gut mit U-Bahn und Bahn erreichbar. Wer kein Spiel erwischt, kann eine Stadiontour buchen, zum Beispiel im Emirates Stadium, an der Stamford Bridge oder im Tottenham Hotspur Stadium. Wann die Londoner Klubs spielen, steht im Spielplan der Premier League.

Häufige Fragen zu den Premier League Vereinen in London

Wie viele Londoner Vereine spielen in der Premier League?

In der Saison 2026/27 sind es sechs: Arsenal, Brentford, Chelsea, Crystal Palace, Fulham und Tottenham Hotspur. In der Vorsaison waren es mit West Ham United noch sieben.

Welcher Londoner Verein ist am erfolgreichsten?

Der FC Arsenal mit 14 englischen Meisterschaften und 14 FA-Cup-Siegen. Chelsea hat mehr internationale Titel, darunter zwei Champions-League-Siege.

Warum ist West Ham nicht mehr in der Premier League?

West Ham United ist am Ende der Saison 2025/26 zusammen mit dem FC Burnley und den Wolverhampton Wanderers abgestiegen. Welche Klubs dafür nachgerückt sind, steht im Artikel zu den Premier League Aufsteigern.

Welcher Verein spielt im Wembley-Stadion?

Keiner. Wembley wird von der Nationalmannschaft sowie von den Verbänden FA und EFL für Pokalfinals und Play-off-Endspiele genutzt. Tottenham spielte dort nur übergangsweise von 2017 bis 2019.

Welches ist der älteste Londoner Profiklub?

Der FC Fulham, gegründet 1879. Dahinter folgt Leyton Orient, gegründet 1881.